Thursday, April 26th, 2012

Auf der Suche nach dem PROM-Dress

Pink, orange oder doch lieber unschuldiges Weiß???

Die Suche nach dem richtigen Prom-Dress ist nervenaufreibend. Und beschäftigt Amerikas Teenager zur Zeit mindestens so intensiv, wie die letzten Prüfungen vor dem High-School Abschluss.

Der PROM – Abkürzung für Promenade – ist der Ball der Abschlussklasse nach 12 Jahren Schule. Ähnlich dem deutschen Abiball, aber natürlich viel wichtiger. Unzählige Serien und Filme haben das Ereignis thematisiert und langsam werden sogar die Eltern der Ballgeher nervös.

‘Was, du hast noch kein Prom-Date? Und noch kein Kleid? Aber du weißt zumindest, ob es kurz oder lang sein soll, richtig???’

Wichtiger als das Date ist für die weiblichen Promgeher das richtige Kleid. In Facebook-Gruppen werden Kleidervorschläge gepostet und eingehend diskutiert, Neuerwerbungen sofort auf den WOW-Faktor beurteilt. Elegant, sexy, festlich soll es sein. Ein Köpfeverdreher und ‘die anderen grün vor Neid werden lassen’ – Teil. Schlicht ein Hammerkleid.

Wo nur so ein Wunderding finden?

Auf zum ersten Kleider-Marathon. Meine Tochter (18) hat noch 4 Wochen bis zu ihrem Prom. Wir sind spät dran. Die Verkäuferin schaut unsere hilflos suchende Mutter-Tochter-Kombi mitleidig an:

‘Die besten Kleider sind schon lange weg. Da hätten sie im Januar kommen müssen!’

Leergefegt sehen die Abteilungen in den großen Modeläden nicht aus. Nach Farben sortiert hängen die Roben verführerisch an langen Kleiderstangen. Um die Prom-Feiern ist in den USA eine ganze Industrie entstanden. Es gibt Internetanbieter die über 3.000 Prom-Kleider im Sortiment haben. Die meisten knallbunt, mit sehr vielen Schleifen und noch mehr Rüschen.

‘Wie ein Osterei will ich aber nicht aussehen,’ mault meine Tochter. Und schlängelt sich in ein Kleid mit gewagt ausgeschnittenem Oberteil. Es ist stahlblau.

‘Der Schnitt ist in diesem Jahr der Renner bei den Mädchen,’ flötet die Verkäuferin, ‘falls die Schule keine Kleidervorschrift hat.’

Kleidervorschrift für die Prom-Feier?

Aber klar. Kurzer Check im Netz. Und siehe da: Immer mehr Schulen in den USA erlassen sogenannte ‘dresscode guidelines” (Bekleidungsvorschriften) für die Nacht der Nächte. Begründung: Riskante Kleider können ein Sicherheitsfaktor für die Schüler sein.

Auszug aus den Vorschriften der Cedartown High School, Georgia:

Mädchen: Kleider müssen die Brust vollständig bedecken. Rückenausschnitt darf nicht tiefer als der Nabel sein. Saum muss mindestens 12 Zentimeter über dem Knie enden. (an einigen Schulen wird mit dem Lineal nachgemessen)

Jungen: Anzug oder Smoking. Hosen müssen auf der Hüfte sitzen und nicht auf Höhe der Oberschenkel schlackern.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann an einigen Schulen sogar ein Photo des Traumkleids vorlegen. Der Schulleiter gibt dann sein YES oder NO.

Und weil das Kleid so wichtig ist – Slogan: Prom is the new wedding! (Prom ist die neue Hochzeit) – wird auf den Preis nicht unbedingt geachtete. 1.078 Dollar geben amerikanische Familien 2012 im Durchschnitt für die ganze Prom-Feierei aus. Dazu gehören Friseur, Make up, Limo-Service, Maniküre und Dinner. Das Teuerste aber bleibt das Kleid.

5 Läden und 30 Kleider später sind wir zwar noch immer kleiderlos, aber meine Tochter weiß zumindest, was sie möchte: lang soll es sein und blau. Damit haben wir die Auswahl ja entscheidend eingegrenzt.

Uns bleiben noch 28 Tage!

9 years ago 3 Comments Short URL

3 Comments

  1. Anett Schröder says:

    Liebe Christina, ist das ein süßer Bericht von Eurer Kleidersuche! Errinnert mich ein bischen an die Suche der Abtanzballkleider mit meinen Großen! Wollen natürlich nun sehen, was dabei so rauskommt……. Viel Erfolg und Spaß! lG Anett

  2. Carola Miebach says:

    ……ich drücke Euch die Daumen und möchte dann bitte auch ein Foto sehen.
    Dieser Artikel ist wunderbar 🙂

    ganz dicken Bussi

  3. Sissy Hall says:

    Das is ja ein süßer Artikel – liest sich wie ein Krimi und Unterhaltungsserie gleichzeitig!! Theresa von hinten ist auch süß :))

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