Friday, September 21st, 2012

Romney’s Fettnapf

‘Glücklich jetzt? ‘ titelt die Huffington Post, Amerikas größte Online-Zeitung.

Mitt Romney, republikanischer Anwärter um den Präsidentschafts-Thron, hat endlich offengelegt, wieviele Steuern er im letzten Jahr gezahlt hat. Etwas über 1,9 Millionen Dollar um genau zu sein. 13,7 Millionen Dollar hat er verdient. Hauptsächlich mit seinen Investments. Ergibt eine Einkommenssteuer von 14,1 Prozent.

Die Veröffentlichung ist der verzweifelte Versuch des Romney Lagers zu retten was zu retten ist.  Der 65jährige  lässt einfach kein Fettnäpfchen aus. Und das neueste hat Übergröße.          

Auf einem jetzt veröffentlichten geheim gefilmten Video (http://www.youtube.com/watch?v=0uxYXT7G7xg) sieht man Mitt Romney im Millionärsort Boca Raton, Florida, auf einer privaten Sponsorenparty. Vor Menschen, die 50.000 Dollar gezahlt haben, um mit ihrem Kandidaten Häppchen zu essen. Nebenher wollen sie noch etwas über seine Vision von Amerika erfahren.

Und ihr Kandidat redet Klartext. 47 Prozent der Amerikaner bezeichnet Romney in diesem Video  als Sozialschmarotzer, die ihre Stimme sowieso Präsident Obama geben werden.

Romney wörtlich:

“Das sind 47 Prozent die mit ihm sind, die abhängig sind vom Staat, die glauben, dass sie Opfer sind, die glauben, dass der Staat sie unterstützen muss, die glauben, dass sie einen Anspruch haben auf medizinische Hilfe, auf Lebensmittel, auf Wohnen…auf einfach alles. Das sind Leute die keine Einkommenssteuer zahlen. 47 Prozent der Amerikaner zahlen keine Einkommensteuer.”

Seit diesen Äusserungen wird Mitt Romney mit Häme überschüttet. Die liberalen Medien jubeln. Endlich habe der Kandidat sein wahres Gesicht gezeigt. Die Hälfte des Landes habe er schon abgeschrieben. Er wolle nur Präsident für die Superreichen sein.

Romney habe klar gemacht, wie er die Wahl wirklich sehe, schreibt Eugene Robinson in der Washington Post:

‘Es ist “WIR” gegen “SIE” –  wohlhabende Republikaner gegen ungewaschene Horden, Macher gegen Nehmer. Romney glaubt halb Amerika ist faul, abhängig und, ehrlich gesagt, nicht sehr schlau.’

Der Präsident kontert prompt. Bei einem Wahlkampfauftritt in Virginia ruf Obama in die Menge: ‘Ich sehe nicht viele Opfer hier. Ich sehe nur eine Menge hart arbeitender Virginians.’

Nun soll also Romney, der brave Steuerzahler, das Ruder wieder herumreißen. Die Verzweiflung in seinem Wahlkampfteam muss groß sein. Hatten sich die Mitt und Ann doch bis jetzt standhaft geweigert ihre Zahlungen öffentlich zu machen.

Jetzt weiß die Welt also, dass die guten Romneys alleine 4 Millionen Dollar im letzten Jahr für wohltätige Zwecke gespendet haben. Aber nur 2,25 Millionen davon für die Steuer angegeben haben.  Also für fast 2 Millionen an Spenden gar keine Steuererleichterungen bekommen haben.

Wirklich großzügig diese Romneys.

Nützen wird die Panikaktion vermutlich wenig. Alles sowieso schön gerechnet, mäkeln die Romney Gegner. Und wollen gleich alle Steuererklärungen der letzten 20 Jahre sehen. Und bitte alle Konten, auch die in der Schweiz und den Caymans…..

Noch 47 Tage bis zur Wahl. Obama führt in der neuesten Umfrage des Wall Street Journals mit 50 Prozent in Colorado, Iowa, Wisconsin. Das sind wahlentscheidende Swing States, also Staaten die keinem politischen Lager zuzurechnen sind.

Aber selbst nach Mitt Romney’s Alptraum-Woche ist die Wahl noch lange nicht entschieden. Am Ende wir es knapp, verkünden wenig überraschend Amerikas Meinungsmacher.

Wäre  ja auch nicht spannend  genug. Für weitere 47 Tage Medien-Wahlkampf.

 

 

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