Sunday, October 28th, 2012

Monstersturm SANDY

Suuuuuuper,’ schreit meine Tochter begeistert, ‘Montag und Dienstag sind schulfrei!’

Sonntag kurz nach 15 Uhr. Vor Supersturm SANDY hat jetzt auch die Schule meiner Tochter, mitten in Washington, DC, kapituliert. Noch ist  zwar alles ruhig draussen. Aber sicherheitshalber hat mein Mann unseren Garten schon mal sturmfest gemacht. Die Gartenmöbel sind so miteinander verkeilt, dass SANDY Mühe haben sollte, sie auseinander zu reissen.

Das Szenario erinnert an Hurricane IRENE, der die Ostküste im letzten Jahr in Atem hielt. Wieder sind über 50 Millionen Menschen betroffen, wieder werden kleinere Küstenorte evakuiert, wieder fährt in New York kein Bus, Bahn oder Zug mehr, wieder schleppen die Menschen Sandsäcke vor ihre Häuser.                                                                                                                      

Wieder sollen vor allem die bevölkerungsreichen Metropolen an der amerikanischen Ostküste im Zentrum des Sturms liegen.

Präsident Obama hat für die nächsten Tage alle Wahlkampftermine abgesagt. Es ist zurück im Weißen Haus um den Krisenstab zu koordinieren. Rivale Mitt Romney ist vom Sturmgebiet Virginia nach Ohio weitergereist.

‘Frankenstorm’nach Frankensteins Monster nennen die Meteorologen im US-Fernsehen SANDY. Auch hier die gleichen Bilder wie vor einem Jahr. Reporter stehen in dicken Windjacken und langen Gummistiefeln vor menschenleeren Stränden. Hinter ihnen tobt der Atlantik. Die  erwartete Monsterwelle ist das noch nicht.

Frühestens Montag nachmittag soll der Sturm die dicht besiedelte Ostküste erreichen. Da sein Ausläuferband so breit ist, sind genaue Zeitangaben schwierig. Im Fall von SANDY liegt die Gefahr in der Mischung: Wintersturm mit arktischen Temperaturen trifft auf klassischen Tropensturm. Die Auswirkungen können extrem sein.                                                                                      

Washington’s Bürgermeister Vincent Gray warnt: ‘Wer in der Nähe von Bäumen wohnt, sollte während des Sturms die oberen Etagen meiden und sich so lange im Untergeschoss aufhalten.’                                                                                    

Wunderbar! Wir sind umgeben von Bäumen. Unser Haus grenzt direkt an einen Wald.

Auch unser Stromversorger Pepco bereitet uns auf das Schlimmste vor: ‘Es ist sehr wahrscheinlich, dass es zu Stromausfällen kommt,’ sagt die automatische Telefonstimme. Man werde selbstverständlich alles tun um den Strom schnellstens wieder her zustellen. Und habe vorsorglich über 3.000 zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz.

Wir haben heute noch mal aufgestockt. Genug Wasser, Obst und Gemüse ist im Haus. Kerzen und Taschenlampen liegen bereit. Alle elektronischen Geräte sind aufgeladen.                                                                                

‘Es wird schütten und heftig stürmen. Das ist es!’ sagt mein Mann voraus.

Hoffentlich behält er Recht.

 

9 years ago 1 Comment Short URL

1 Comment

  1. Anett Schröder says:

    wünsche Euch, dass die Vorhersagen nicht eintreffen !!!!…und ansonsten starke Nerven und dass Ihr alle unversehrt bleibt!

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