Wednesday, February 6th, 2013

Hillary Clinton – Amerikas Superwoman

‘Wird Sie unser nächster Präsident?, fragt mich der Verkäufer im Buchladen Barnes & Noble, als ich ihn nach einem Zeitschriftencover mit Hillary Clinton frage.

Seitdem sich Hillary Rodham Clinton letzten Freitag aus dem Außenministerium verabschiedet hat, beschäftigt sich das politische Amerika schon mit ihrer nächsten Rolle.

Amerikas Superwoman wird einfach keine Atempause gegönnt. 

Dazu ist sie wahrscheinlich zu beliebt. Nach über 2 Jahrzehnten Dauerpräsenz in den Medien, ist Hillary, laut einer Gallup-Umfrage, heute die populärste Amerikanerin. Sie schlägt sogar Michelle Obama um Längen.

Michael Tomasky nennt Clinton in seinem NEWSWEEK – Leitartikel die wichtigste Frau in Amerika:

‘Und mehr noch. Sie ist wahrscheinlich die wichtigste Frau in unserer gesamten politischen Geschichte.’

Hillary Clinton, so scheint es, ist im Olymp angekommen. Mit einer Lebensleistung, die in der Tat beeindruckend ist.

Mit Bill Clinton als First Lady im Weißen Haus, erfolgreiche Senatorin von New York, hoch geachtete Außenministerin.

Niemand kann Hillary das Wasser reichen.

Dazu die persönlichen Dramen:  Die Lewinsky-Affäre des Gatten Bill lächelt sie in der Öffentlichkeit einfach weg. In einem erbittert geführten Wahlkampf  gegen Obama 2008 unterliegt sie. Nur um kurz danach wieder aufzuerstehen als seine Aussenministerin und beste Mitarbeiterin.

Der Präsident belohnte soviel Treue jetzt mit einem gemeinsamen ’60 Minutes-Interview’ im Fernsehsender CBS.         

Während des ganzen Interviews bewunderten sich die ehemaligen Kontrahenten Clinton und Obama gegenseitig so sehr, dass die US-Presse den Auftritt später als ‘Liebesfest‘ titulierte.

Als US-Außenministerin hat Clinton 112 Länder besucht und ist über 1 Million Meilen gereist. Sie hat Amerikas Ansehen in der Welt nachhaltig gesteigert. Ihre Fans, und das sind heute sehr viele, finden, sie hat die amerikanische Außenpolitik im 21 Jahrhundert neu definiert.

Vor allem aber hat sie Amerikas Frauen gezeigt: der Weg an die Spitze ist hart, aber möglich.

Michael Tomasky von NEWSWEEK kann sich eine Hillary im Ruhestand deshalb nicht so recht vorstellen:

‘Wird sie selbst Auto fahren? Wird sie im Supermarkt an der Kasse stehen oder in der Schlange für Kinokarten? Sie wird immer noch Secret Service-Schutz haben und sie hat natürlich genung Geld um andere Leute in den Drogeriemarkt zu schicken. Aber trotzdem, sie ist jetzt, zum erstenmal seit einer langen, langen Zeit, nur eine von uns.’

Man kann ihr nach 20 Jahren im Rampenlicht wirklich ein bisschen Ruhe gönnen. Ausschlafen, Familie und Freunde besuchen, Reisen nur zum Vergnügen, vielleicht irgendwann die Enkel einhüten – was man so macht, wenn man in Pension geht.

Hillary will erstmal ein Buch schreiben. Über die letzten 4 Jahre als Amerikas oberster Diplomat. 

Und dann – kommt sie wieder, sagen nicht wenige politische Insider in Washington.

Als Obama’s Nachfolgerin und erste weibliche Präsidentin der USA.                                                                                                

Auf ihrer neuen Webseite Hillaryclintonoffice.com kann man sie ja mal danach fragen.

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