Thursday, March 21st, 2013

StyleCity DC?

Nicht der typische DC-Style! Verlyncia, 24, verkauft Mode in einem Laden in Georgetown. ‘Washington’s Frauen sind konservativ und ziemlich mainstream. Hier dreht sich alles um Politik. Kleidung soll das ausdrücken. Die typische Washingtoner Karrierefrau trägt Chanel oder Tory Burch.’

JC, 28, Storemanager bei BCBG, verkauft vor allem Kleider. ‘Cocktail-Kleider, Abendroben, Business-Kleider, das geht immer. Hier in DC sind so viele Gala-Events und Charity-Veranstaltungen…da brauchen Frauen ständig Nachschub.’ Washington’s Stil findet sie ‘friedlich, international und ein bisschen preppy – ein eleganter Segelboot-Look. Das ist es.’

First Lady of Style! Michelle Obama, 49, auf dem April-Cover der amerikanischen Vogue. Ihre Ponyfransen machten Schlagzeilen und jedes neue Kleid, dass sie trägt, auch. Seit sie im Weißen Haus wohnt, gilt sie als ‘Amerika’s best dressed Woman’.

Als Mode-Haupstadt ist Washington nicht gerade bekannt.

Kostüme, in allen Grau- Blau- und Schwarztönen, bestimmen das Stadtbild. Und Hosenanzüge. Vor allem downtown, da wo die Ministerien, IWF und Weltbank, die großen Anwaltskanzleien und Denkfabriken sitzen, ist die Arbeitsuniform klar definiert.

Dress to impress.

Die Karrierefrau in DC will es richtig machen.  Tailliertes Kostüm und obligatorische weiße Bluse. Korrekt und angemessen für den wichtigen Job.

‘Puh, das kann ganz schön langweilig sein,’ sagt Verlyncia. Die 24 jährige ist in DC aufgewachsen, hat aber auch in Philadelphia und New York gelebt. Die Boutique, in der sie arbeitet, liegt in Georgetown.                                                                         

Hier schlägt auch das modische Herz Washingtons mit vielen kleinen Läden.

Die Leute hier sind zwar ein bisschen trendiger angezogen als im Rest der Stadt, aber nicht wirklich experimentell. In Washington gehen alle dauernd zum Power-Brunch, Power-Lunch oder Dinner. Die wollen kompetent aussehen.’

Die modische Reputation der Hauptstadt ist deshalb mässig. Wer zu sehr auf sein Aussehen, zu sehr auf Designer-Klamotten achtet, gerät schnell in den Verdacht unseriös zu sein.

So richtig aufgebretzelt  wird sich nur für die abendliche Charity-Party, den Botschaftsempfang oder die Opernpremiere.

Washington, das ist  ‘Hollywood for ugly people’ (Hollywood für hässliche Menschen) lautet ein alter Spruch.

Das ist ein hart und ein bisschen unfair. Vor allem seit mit Michelle Obama die Queen of American Style ins Weisse Haus eingezogen ist.

Natürlich gibt die Politik den Ton an, in Pollywood-Washington. Aber wenn sie so gut aussieht wie die First Lady, kann das eine ganze Stadt verändern.

Sie ist definitiv sehr einflussreich für Amerikas Frauen,‘ sagt JC vom BCBG-Shop in Friendship Heights. Was Michelle Obama trägt wird ein Bestseller. Ihre Look, ihre Fitnesskampagne, alles wird nachgeahmt. Ich liebe ihren Stil. So scheinbar anstrengungslos elegant.’

Seit die Obamas hier sind hat sich ganz Washington verändert, sagen viele Einwohner. Die verschlafene Hauptstadt ist jünger, lebendiger geworden. Neue Szeneviertel entstehen fast über Nacht.  Jeden Tag eröffnet irgendwo in der Stadt ein neues Restaurant.

Washington im Jahr 2013 ist eine ‘coole Stadt’, sagt sogar die New York Times.

Jetzt müssen nur noch Washington’s Frauen mutiger werden.

 

 

 

 

 

9 years ago 1 Comment Short URL

1 Comment

  1. Sabine says:

    Sehr zutreffende Beobachtungen. Und was ich gar nicht verstehe: Washington wird zwar ingesamt hipper, aber die Läden sind zuletzt sogar noch spießiger geworden. In Georgetown haben viele Boutiquen, die etwas ausgefallenere Mode hatten, in den letzten beiden Jahren zugemacht. Michelle Obama kauft wohl eher nicht hier ein, sondern zu Hause in Chicago!

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